Per­for­ming
the Archive

Für ein Archiv des freien Theaters

EIN ARCHIV DES FREIEN THEATERS ENTSTEHT.
Abschluss der ersten Phase des Forschungsprojekts


Nach einjähriger Laufzeit konnte die Studie »Performing the Archive« als Auftakt zur Entwicklung eines Archivs des Freien Theaters abgeschlossen werden. Die mit Förderung der Beauftragen für Kultur und Medien, der Ministerien der Länder Brandenburg, Sachsen, Hamburg, Niedersachsen und Baden-Württemberg und unter der Projektträgerschaft des Instituts für Kulturpolitik der Universität Hildesheim, des Bundesverbands Freie Darstellende Künste, des Internationalen Theaterinstituts Deutschland, des Dachverbands Tanz Deutschland sowie des NRW KULTURsekretariats durchgeführte Studie liefert einen fundierten Überblick über den Umfang und die Zustände in Frage kommender Bestände. Sie umfasst des Weiteren die Konkretisierung der Aufgabenfelder ihrer Bewahrung und Erschließung sowie die Grundlinien der Konfigurierung eines Archivs für das Freie Theater.

Es ist Zeit für den nächsten Schritt: Die Ergebnisse des Forschungsprojektes legen es nahe, das Archiv des Freien Theaters im Kern als dezentrales Projekt mit einem schmal dimensionierten administrativen und logistischen Zentrum zu konzipieren, das Beratung und Struktur für regional und lokal zu konzipierende Vorhaben bietet.

Möglichst viele dezentrale Zugänge zu den Archivbeständen erlauben dabei einen möglichst vielfältigen Blick auf Objekte und Materialien zum Freien Theater. Einzelprojekte auf Stadt- und Länderebene stellen dabei die praktische Arbeitsebene vor Ort dar und bieten die Möglichkeit der engen Kommunikation mit Künstler*innen und Sammler*innen. Sie schaffen darüber hinaus den Raum zur künstlerischen und wissenschaftlichen Interpretation des zu sammelnden Materials.

 

Zusendung des Abschlussberichts zum Projekt
"Performing the Archive - Studie zur Entwicklung eines Archivs des Freien Theaters"

Es ist so weit. Gern stellen wir Ihnen den Abschlussbericht des Projekts mit allen relevanten Ergebnissen, Handlungsempfehlungen und Expertisen zur Verfügung.
Für die Zusendung des Dokuments wenden Sie sich bitte an:
Anne John
oder Christine Henniger

 

AUFRUF

Das Freie Theater in Deutschland braucht ein Archiv – für die Sichtbarkeit seiner Arbeit, als erweiterte Grundlage für die Anerkennung seiner eigenständigen Theaterästhetik, aber auch für die Auseinandersetzung mit seiner eigenen Geschichte. Die Entwicklung des Freien Theaters ist in Deutschland in besonderer Weise Moment der gesellschaftlichen – politischen und kulturellen – Bewegung der Modernisierung der postindustriellen Gesellschaft nach dem Zweiten Weltkrieg. In der Verbindung von unbedingt zeitgenössischer Perspektive und entsprechenden Produktionsweisen ist es ein bedeutsames Element der Erneuerung der deutschen Theaterlandschaft. Theater ist beweglich und ebenso beweglich soll das Archiv sein:


  • Ein lebendiger Ort des Austauschs – Performing the Archive
  • Ein physisches Archiv, ein Ort, der Baustelle bleibt, immer im Entstehen
  • Ein Ort des kollektiven Gedächtnisses, der der Beliebigkeit entgegenwirkt
  • Ein digitaler Speicher im Internet, der inhaltlich Verbindungen generiert und aufzeigt

Die Initiative für die Gründung eines solchen Archivs begann auf Einladung der Impulse Theater Biennale im Sommer 2013. Seither wurde in regelmäßigen Treffen das Konzept für ein lebendiges Archiv des Freien Theaters konkretisiert.
Wie ein solches Archiv und seine Struktur, die sich im Sinne der eigenständigen Ästhetik des Freien Theaters versteht, aufgebaut sein kann, wird im Rahmen einer ersten Studie seit November 2015 untersucht. Auf dieser Webseite wollen wir alle Interessierten über das Projekt auf dem Laufenden halten.
Das Projekt eines Archivs des Freien Theaters wird von einer Lenkungsgruppe getragen, in der der Bundesverband Freie Darstellende Künste, das Internationale Theaterinstitut Deutschland (ITI Germany) mit dem Mime Centrum Berlin, der Dachverband Tanz Deutschland, das NRW KULTURsekretariat (Wuppertal) mit dem Impulse Theater Festival sowie das Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim zusammenwirken.
Im Rahmen des Projektes „Performing the Archive. Studie zur Entwicklung eines Archivs des Freien Theaters“, koordiniert am Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim und gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie den Bundesländern Baden-Württemberg, Brandenburg, Hamburg, Sachsen und der Stiftung Niedersachsen, sammeln wir in einem ersten Schritt möglichst umfassende Informationen über vorhandene Bestände, um eine Bestandsbschreibung der Materialien und Dokumente des Freien Theaters in Deutschland zu erarbeiten.
Wir bitten hierfür um Informationen über vorhandene Sammlungen von audiovisuellen Medien (Videos, DVDs usw.), Druckschriften, Akten, Publikationen, Programmheften (Abendzettel), Förderanträgen und -unterlagen, Pressesammlungen, Protokollen, Manuskripten etc.

News Chronik

Das war die Konzeptionskonferenz

Mehr als 100 Teilnehmer haben auf der Konzeptionskonferenz im Literaturhaus München diskutiert, wie Struktur und Arbeitsprozess für ein Archiv des Freien Theaters gestaltet werden sollten. Wir danken allen für die konzentrierte gemeinsame Arbeit, für Inititative und Engagement! In einem nächsten Schritt werden die Vision für ein Archiv des Freien Theaters im Sinne des "Performing the Archive" und die praktischen Ergebnisse der Studie zu Handlungsempfehlungen für das Archiv zusammengeführt. Informationen dazu werden auf dieser Seite präsentiert.

Das ermutigende und richtungsweisende Referat von Nele Hertling, das den Auftakt der Konferenz bildete, kann auf nachtkritik.de nachgelesen werden. 

Einladung zur Konzeptionskonferenz

 Das Freie Theater braucht ein Archiv.
Wie dieses Archiv aufgebaut und strukturiert werden kann, ist Gegenstand des Projekts "Performing the Archive. Studie zur Entwicklung eines Archivs des Freien Theaters in Deutschland", koordiniert vom Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim. Die Konferenz wird eine Bilanz der bisherigen Recherchen zur Kartografie der Archivbestände zum Freien Theater und zu deren Umfang vorstellen. Gemeinsam mit BestandshalterInnen, KünstlerInnen, Förderern, Trägern und ForscherInnen wollen wir die sich abzeichnenden Dimensionen des Projektes diskutieren und näher bestimmen. Dabei werden sowohl technische und strukturelle als auchkutlurpolitische und inhaltliche Fragen an das Archiv des Freien Theaters im Fokus stehen. Einen besonderen Schwerpunkt bildet die Zusammenarbeit mit dem Münchener Projekt eines lokalen Archivs des Freien Theaters, das dort mit einer ähnlichen Idee verfolgt wird. Wir laden Sie herzlich ein, sich an den Diskussionen und Gesprächen zu beteiligen!

Ort und Termin der Konferenz haben sich durch die Kooperation mit dem Kulturreferat der Landeshauptstadt München ergeben. Dort wird das Projekt eines lokalen Archivs des Freien Theaters verfolgt, das womöglich als Modell für dezentrale Zusammenarbeit entwickelt werden kann. Die Landeshauptstadt unterstützt diese Konferenz finanziell und logistisch.

17. und 18. Oktober 2016

Literaturhaus München
Salvatorplatz 1
80333 München 

Auf Reisen

Das Forscher-Team zum Projekt, Henning Fülle und Christine Henniger, befindet sich seit Juni auf ersten Erhebungsreisen quer durch die Freien Theater Deutschlands. Dabei gibt es viele wertvolle Hinweise auf weitere Sammlungen bei Einzelkünstlern, Journalisten, Fotografen. Die Landschaft der Freien Szene ist vielfältig und bunt, die Ergebnisse der Erhebungen aufschlussreich und divers. 

Workshop-Phase des Projekts

Die Entwicklung der Konzeption des Archivs baut auf einer intensiven Workshop-Phase gemeinsam mit den Mitgliedern der Lenkungsgruppe und des Wissenschaftlich-Künstlerischen Beirats auf. Insgesamt 3 teils mehrtägige Workshops gaben Einblick in die Strategien zum Urheberrecht, Katalogisierungs- ud Verzeichnugsmethoden sowie Digitalisierungs-und Datenbanksysteme. 

BEWILLIGUNG DER VORSTUDIE

Das Projekt „Performing the Archive - Studie zur Entwicklung eines Archivs des Freien Theaters“ ist von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien positiv beurteilt worden. Zusammen mit den Kultusministerien der Länder Baden-Württemberg, Brandenburg, Hamburg, Niedersachsen und Sachsen sowie den Projektträgern Bundesverband Freie Darstellende Künste, Dachverband Tanz Deutschland, Internationales Theaterinstitut Zentrum Bundesrepublik Deutschland / Mime Centrum Berlin, NRW Kultursekretariat / Impulse Theaterfestival und Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim fördert es die Studie zum Bestandsüberblick über die Sammlungen und Materialien des Freien Theaters. Projektbeginn ist im Oktober 2015.

KONZEPTPHASE

Seit Beginn des Jahres 2014 arbeitet ein kleinerer Kreis bestehend aus dem Bundesverband Freie Darstellende Künste, der Impulse Theater Biennale, dem Mime Centrum und dem Internationalen Theaterinstitut Deutschland (ITI) an einem tragfähigen Arbeitskonzept für ein zu gründendes Archiv des Freien Theaters.

ARBEITSTREFFEN „Videoarchiv der Freien Theater“

26. November 2013 im Mime-Centrum, Berlin
Beiträge von Prof. Dr. Jan Lazardzig (Universität Amsterdam), Prof. Beatrice von Bismarck (Kulturen des Kuratorischen, HGB Leipzig), Thilo Wittenbecher (Mime Centrum Berlin), Michael Freundt (ITI) und Showcase Beat le Mot.

Mit Janina Benduski (LAFT Berlin) , Dagmar Domrös (Theater o.N.), Christian Esch (NRW Kultursekretariat), Henning Fülle, Christine Henniger (Mime Centrum), Florian Malzacher (Impulse), Alexander Opitz (BUFT), Aenne Quiñones (HAU), Stefanie Wenner (Impulse)

ARCHIV KICK-OFF

6. Juli 2013
Auf Einladung der Impulse Theater Biennale 2013 in Bochum Diskussion mit Martin Berg (Goethe Institut), Prof. Dr. Ulrike Hass (Universität Bochum), Martin Heering (BUFT), Prof. Dr. Annemarie Matzke (She She Pop und Universität Hildesheim), Kathrin Tiedemann (Künstlerische Leiterin, FFT Düsseldorf), Thilo Wittenbecher (Mime Centrum Berlin) u.a.

Mission Statement

Performing the Archive!
Für ein Archiv des Freien Theaters

Die Institutionalisierung des Freien Theaters als „zweiter Sektor“ der deutschsprachigen Theaterlandschaft ist in vollem Gange. Auch in Deutschland ist eine im Hinblick auf Produktionsweise, Dramaturgie und Ästhetik eigenständige national und international sehr gut vernetzte freie Theaterkultur entstanden, die wichtige Impulse auch über das eigene Genre hinaus gibt. Eine eigene Tradition hat sich etabliert, nun geht es darum, die Bedingungen zu verbessern unter denen die eigene Ästhetik jenseits der Stadttheaterstrukturen weiter entwickelt werden kann. Denn diese Bedingungen bleiben weiterhin – gerade auch im Vergleich zu anderen künstlerischen Bereichen – problematisch und nicht selten prekär: Kurzfristige Finanzierungen, permanenter Legitimationsdruck künstlerischer Arbeit außerhalb der etablierten Ensemble- und Repertoirebühnen, auch die mangelnde Bereitschaft zur Anerkennung des entstandenen alternativen Theaterkanons prägen nach wie vor den Alltag des Freien Theaters.

Inzwischen aber haben sich nicht nur interne Traditionslinien und ein breiter theoretischer Diskurs über nicht dramenbasierte Theaterformen und –ästhetiken entwickelt; auch international ist das Interesse an der Erforschung und Vermittlung dieser Arbeit in den letzten Jahren stark gewachsen. Dagegen führt aber permanenter Produktionszwang zur Vernachlässigung der eigenen Geschichte und überlässt sie dem ephemeren Vergessen.

Das Freie Theater braucht ein Archiv – für angemessene Sichtbarkeit, aber auch als erweiterte Grundlage für die Anerkennung seiner eigenständigen Theaterästhetik. Es braucht das Archiv für die Darstellung und Reflexion seiner Geschichte, als Raum zur Entlastung vom permanenten Legitimationsdruck und als eine Antwort auf eben den, vor allem wirtschaftlichen Zwang, ununterbrochen Neues zu produzieren.

Ein Archiv des freien Theaters, das performancebasierte Produktionsweisen ebenso einschließt wie dokumentarische Praxis, textbasiertes Spielen ebenso wie Bildertheater oder ein Theater des Atmosphärischen. Internationale Inspirationen sollten ebenso einen Ort haben, wie genreübergreifende Archivalien, Artefakte ebenso wie Fundstücke, das Readymade ebenso wie das zu Marketingzwecken angefertigte Video eines Theaterabends.

Was Theater ist, was es heißen kann, was es kann, ist nicht fest geschrieben und nicht fixiert. Theater ist beweglich und ebenso beweglich soll das Archiv sein: Ein lebendiger Ort des Austauschs – Performing the Archive. Künstler und Kuratoren geben dem Archiv Gestalt, es ist ein Formwandler, ein utopischer Ort, eine Heterotopie. Es ist ein physisches Archiv, ein Ort, der Baustelle bleibt, immer im Entstehen. Es ist ein lebendiges Archiv, immer in Bewegung, es unterliegt einer ständigen Neuordnung. Das Archiv ist kein Werbemedium für Einzelgruppen, sondern in Ort des kollektiven Gedächtnisses. Es wirkt der Beliebigkeit entgegen und erscheint im Internet als digitaler Speicher, der Verbindungen generiert und zeigt.

Wir suchen Kollaborateure, die ihre Sammlungen in das Archiv einbringen, Akteure, die auch das mit einbringen, was nicht getan wurde, ein Archiv der nicht getanen Projekte mitdenken, Sponsoren, die das Archiv mit finanzieren wollen, Konspirateure, die das Archiv als lebendigen Ort des Austauschs und der Geschichte mitgestalten wollen.

Träger

Projektträger

Bundesverband Freie Darstellende Künste, Dachverband Tanz Deutschland,
Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim, Internationales Theaterinstitut Deutschland / Mime Centrum Berlin, NRW KULTURsekretariat / Impulse Theater Festival

Arbeitskreis

Christian Esch, Michael Freundt, Henning Fülle, Martin Heering, Florian Malzacher, Alexander Opitz, Stefanie Wenner, Thilo Wittenbecher

Kooperations­partner/Unter­stützer

Der Träger- und Arbeitskreis hat sich aus Vertretern der freien Szene, Produzenten, Verbänden und der Wissenschaft gebildet, um das Projekt eines Archivs des Freien Theaters zu forcieren und konkrete Schritte zu dessen Realisierung zu unternehmen.
Sowohl Träger- und Arbeitskreis als auch Kooperationspartner können und sollen sich künftig erweitern, um eine möglichst breite Unterstützung des Archivs zu erreichen.

 

Kontakt

Über Fragen und Anregungen zum Projekt freuen wir uns!

Archiv des Freien Theaters

Anschrift: c/o Internationales Theaterinstitut Deutschland
Mariannenplatz 2, 10997 Berlin
per Mail

Ansprechpartner: Christine Henniger und Henning Fülle